Lebenslauf von:

Siegfried Lowitz 

 Geburtstag: 22. September 1914, Berlin, Deutschland
  Todestag: 27. Juni 1999, München, Deutschland
 weitere Namen: Siegfried Wodolowitz

 

Siegfried Lowitz wurde am 22. September 1914 in Berlin geboren. Nach dem Tod seiner Mutter wuchs er ab 1920 bei seinem Vater in Mainz auf. Als 17-Jähriger half er in einem Kino aus und durfte deshalb umsonst die Vorstellungen besuchen, was für ihn eine Vorschule der Schauspielkunst bedeutete. Er spielte auf einer Laienbühne, wo er vom Regisseur und Oberspielleiter des Mainzer Theaters entdeckt wurde und so eine Stelle als Volontär bekam. Die Prüfung der Reichstheaterkammer bestand er erst beim zweiten Mal. Nach Anstellungen am Römerberg in Frankfurt und am Theater in Breslau, musste er an einer achtwöchigen Kurzausbildung für die Einsatzreserve der Wehrmacht teilnehmen. Im Sommer 1939 bekam er einen Vertrag am Giessener Theater. 1941 wurde er als Grenadier ins Schützenregiment 6 der 7. Panzerdivision eingezogen. Nach Teilnahme an der Winterschlacht 1941/42 kam die Verlegung nach Frankreich. Wegen starker Schwellungen an Arm und Rücken wurde er 1943 ausgemustert und erlebte so am Schauspielhaus in Frankfurt die Bombenangriffe und das Kriegsende.

Die Nachkriegsjahre waren für Lowitz hart und deprimierend bis Heinz Hilpert die Leitung der Frankfurter städtischen Bühne übernahm. Zu dieser Zeit heiratete Lowitz seine erste Frau Elisabeth Felber, mit der er auch die Währungsreform erlebte. Mit einem von Hilpert neu gegründeten Ensemble ging es für Lowitz und seine Frau nach Konstanz. Dort spielte er in „Wie es euch gefällt“ von Shakespeare den Narren Probst. Mit einem weiteren Stück von Shakespeare, in dem Lowitz die Rolle des Holzapfel übernahm, trat er mit Mitte dreißig bei den Ruhrfestspielen und an der Berliner Komödie am Kurfürstendamm auf. Hilperts Ensemble löste sich aber schon im zweiten Jahr auf. Lowitz spielte noch in Heidelberg den Probstein, trennte sich von seiner ersten Frau und wurde dann erneut von Hilpert nach Göttingen geholt, wo er aber nur ein halbes Jahr blieb. Lowitz wurde von dem Intendanten Hans Schweikhart an die Münchner Kammerspiele gerufen, wo er mit einer kleinen Rolle in „Dantons Tod“ bei den Ruhrfestspielen teilnahm. Dort lernte er auch seine zweite Frau Marianne Probst kennen, die er 1952 heiratete. Er spielte in Stücken wie „Das große Messer“, „Polizeirevier 21“ und „Woyzeck“, mit dem er bei der Kunstbiennale im Theatro Venice in Venedig auftrat.

Sein Durchbruch gelang ihm aber mit der Hauptrolle in „Meuterei auf der Caine“ von dem Amerikaner Herman Wouk, wo er die Hauptrolle des Captain Queeg spielen durfte. Durch den großen Erfolg dieses Stückes konnte nun seine Karriere als Film- und Fernsehschauspieler beginnen. Um über Rollenangebote entscheiden zu können, löste er Ende der fünfziger Jahre seinen Vertrag bei den Kammerspielen und wurde freischaffend. Er spielte in zahlreichen Verfilmungen mit, was ihn künstlerisch nicht besonders weiterbrachte. Unter Gustaf Gründgens Leitung nahm er an dem ersten Gastspiel in Russland nach dem Zweiten Weltkrieg teil. Stalin hatte dazu nach Moskau und Leningrad eingeladen. Nach vielen Leinwandrollen in Filmen wie "Die Kraft und die Herrlichkeit", "Haie und kleine Fische", "Mein Vater der Schauspieler", "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse", "Der Hexer" oder "Der Fälscher von London" erhielt er für seine Fernsehrolle „Der Trinker“ die goldene Kamera, was ihm viel bedeutet hat, da es ein reiner Publikumspreis war. Es folgten Rollen am Münchner Residenztheater wie beispielsweise 1972 als Professor Dr. Flint in Schnitzlers "Professor Bernhardi", 1973 als Evans in Luc Bondys Inszenierung von Edward Bonds "Die See" und 1975 als Wassili Semjonytsch Kusowkin in Iwan S. Turgenjews "Gnadenbrot", bis er 1976 die Fernsehrolle des Kommissar Köster in „Der Alte“ übernahm. Nach neun Jahren und 1020 Drehtagen beendete er seine Rolle als Kommissar. Es folgten verstärkt Goethe - Lesungen, verschiedene Rollen im Fernsehen, bis er mit "Sonny- Boys" von Neil Simon als Al Lewis erst in Wien in der Josefstadt und später im Münchner Volkstheater auftrat. Mit „Anna Maria, eine Frau geht ihren Weg“ sollte er seine letzte Serienrolle spielen. Inzwischen über achtzig, hatte er vor allem Probleme mit dem Gehen, weshalb er nur noch wenige Angebote annahm, zu denen Auftritte im Rahmen des Weilheimer Theatersommers zählten. Bis zu seinem Tod am 27.6.1999 schrieb er an seiner Biographie „Was für ein Leben“, deren Veröffentlichung er selber nicht mehr erlebte.

Text: Alexander Steet

 
 
 
 
 
 

 
 

Filmographie:

§1 1954
• Der Engel mit dem Flammenschwert • München - Bilder einer Stadt


1955
• Der Fischer vom Heiligensee • Gestatten, mein Name ist Cox • Es geschah am 20. Juli • Solang' es hübsche Mädchen gibt • Hanussen Himmel ohne Sterne

 
1956
• Mein Vater, der Schauspieler • Regine • Weil du arm bist, musst du früher sterben • Der Hauptmann von Köpenick • Das Sonntagskind


1957
• Herrscher ohne Krone • Rose Bernd • Robinson soll nicht sterbenIch • Ich war ihm hörig • Mr. Gillie (TV) • Haie und kleine Fische

 
1958
• Madeleine und der Legionär • Der Arzt von Stalingrad • Besuch aus der Zone (TV) • Der Greifer • Der Schinderhannes • Gestehen Sie, Dr. Corda! • Es geschah am hellichten Tag • Der Mann, der nicht nein sagen konnte

 
1959
• Bei Anruf - Mord (TV) • Edgar Wallace: Der Frosch mit der Maske • Es ist soweit (Durbridge-Sechsteiler)

 
1960
• Soldatensender Calais • Das schwarze Schaf 1961 • Edgar Wallace: Der Fälscher von London(TV- Serie)

 
1962
• Bedaure, falsch verbunden (TV) • Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse • Ein Toter sucht seinen Mörder (The Brain)

 
1963
• Das tödliche Patent (TV) • Die zwölf Geschworenen (TV)

 
1964
Einer frißt den anderen (Dog Eat Dog) • Edgar Wallace: Der Hexer(TV-Serie)Die Physiker (TV)

 
1965
• Edgar
Wallace: Der unheimliche Mönch(TV-Serie)

 
1966
• Die Gentlemen bitten zur Kasse (Dreiteiler) • Weiß gibt auf (TV)

 
1967
• Die Gefährtin (TV) • Biedermann und die Brandstifter(TV) • Ostwind (TV) • Pauken und Trompeten (TV) • Der Trinker(TV)

 
1968
• Was Ihr wollt (TV) • Haus Herzenstod (TV) • Babeck (Dreiteiler) 1969
• Tagebuch eines Frauenmörders • Der Kommisar (TV-Serie) • Tartuffe oder Der Betrüger 1970 • Krebsstation (TV)

 
1971
• Die Weber

 
1972
• Dr. M schlägt zu • Einfach davonsegeln! (TV) • Auftritte in Der Kommissar(TV-Serie) 1974
• Derrick - Stiftungsfest (TV-Serie)

 
1975
• Der Strick um den Hals (TV-Serie)


1977 - 86
• Der Alte (1977-1986), in den ersten 100 Folgen der Serie als Erwin Köster (TV-Serie)

 
1987
• Flohr und die Traumfrau

 
1988
• Derrick - Eine Art Mord (TV-Serie)

 
1991
• Dobrodruzství kriminalistiky (TV-Serie)

 
1992
• Allein gegen die Mafia 6. Staffel (TV-Serie)

 
1993
Ein unvergeßliches Wochenende... in Salzburg (TV-Serie)

 
1994
• Anna Maria – Eine Frau geht ihren Weg (TV-Serie) • Birkenhof & Lerchenau

19

     1997 
• Mein Freund Harvey